Leserbrief, von der HSt nicht veröffentlicht

S21 nimmt langsam Formen an,

so lautet ein Beitrag von Michael Schwarz, einem Kenner der Problembaustelle, denn vor Jahren hat er von uns, dem Heilbronner Widerstand, Informationen über die Problemfelder des Projekts bekommen.
Die „Formen“, das sind steigende Kosten für ein unrentables Milliarden-Bauvorhaben, das dem Bahnverkehr schadet. Den Profit hat die Bauindustrie und der Staat, der über die Mehrwertsteuer auch mitverdient. Den Schaden hat der Steuerzahler und die Klimabilanz, denn sowohl beim geplanten Tiefbahnhof als auch bei der Neubaustrecke fällt das leider verheerend negativ aus. Es gibt noch einen Schaden: den hat der Bahnnutzer in der Fläche, dort herrschen unglaubliche Verhältnisse, wie zwischen Öhringen und Crailsheim, da fühlt man sich in die 50 er Jahre zurückversetzt. Geheimtip für Nostalgiker.

Aus dem pünktlichsten Bahnhof Deutschlands wird nach dem Bericht von Michael Schwarz der „alte Stuttgarter Hauptbahnhof“ , weil die Bahn Zahlungen des Bundes nicht in den Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes oder der Gleisanlagen gesteckt hat, sondern alles verkommen ließ. „Modern“ ist nicht unbedingt „Besser“, denn aus einem Hauptbahnhof wird eine einfache Haltestelle, und das in der ehrgeizigen Landeshauptstadt. Das hängt wiederum mit der Gleisneigung zusammen, die den Betrieb eines Hauptbahnhofs nicht erlaubt, so schreiben es die internationalen Regeln vor. Der Vergleich mit einer U-Bahn-Haltestelle zeigt, daß sich die Verantwortlichen im Unklaren sind, ob sie eine Haltestelle oder einen Hauptbahnhof für den internationalen Schnellzugverkehr bauen sollen. Einem Hauptbahnhof, der dem integralen Takt nach Schweizer Vorbild gerecht sein sollte? Weit entfernt davon!

Ohne Brandschutz droht eine Fertigstellung ohne Betriebserlaubnis. Wie beim BER. Es ist absehbar, daß es keine funktionierende S21-Haltestelle geben wird. Der zerstörte Hauptbahnhof mit seinem großzügigen Platzangebot wird noch lange gebraucht, an eine Stilllegung ist nicht zu denken. Und somit auch nicht an eine Umwidmung der Gleisanlagen in ein Wohnbaugebiet für Reiche, wie man es gutgläubigen Bürgern vorgegaukelt hat. Denn um dieses Immobilienprojekt zu ermöglichen, ist die Haltestelle „ Stuttgart 21“ erdacht, zum Nachteil aller Bahnfahrer, hauptsächlich der Pendler und der verbliebenen Bahnnutzer in der Fläche. Ein Musterbeispiel für eine asoziale Politik. Und das mit aktiver Hilfe der SPD.

Volker Teichert, Heilbronn

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Lokal veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s